Die Rroma sind ebenso bekannt unter Roma, Zigeuner, Gypsies, Tsiganes, Tsigan sowie Gitanos oder Gitans als auch als Sinti, Cale, usw.
Die Rroma sind Europäer, die während dem Byzantischen Reich im 9. Jahrhundert in Europa angekommen sind. Sie sind also nicht die letzte grössere Einwanderergruppe in Europa. Die Magyaren (Ungarn) beispielsweise sind etwa zur gleichen Zeit in Europa erschienen.
Als eine wirkliche transnationale europäische Minderheit, haben die rund 10 – 12 Millionen Rroma in Europa eine eigenständige Kultur, Sprache und Tradition erhalten. In manchen Ländern sind sie gut in die Gesellschaft integriert. Dies war vor allem im Balkan vor den nationalistischen Kriegen der Fall.
Im Gegensatz zu den Deutschen, Slaven, Bulgaren, Ungarn, usw., hatten die Rroma in ihrer ganzen europäischen Geschichte nie das Bedürfnis, eigenes Land zu besitzen, geschweige denn, Land zu besetzen oder zu erobern. Die Rroma liessen sich bereits in den meisten europäischen Regionen nieder, bevor diese als Staat in der heutigen Form existierten.
Sie sind
Europäer, zu Hause in ihrem Land wo sie leben, oft stolze Bürger, aber nicht
zuletzt auch Rroma.
Bis zum 18. Jahrhundert dachten viele, dass Rroma aus Ägypten, Nubien oder rein anderes Land der “Sarazenen” kamen oder sogar, dass sie eine der “verlorene” jüdische Stämme seien. Da Rroma eine in sich geschlossenen Gesellschaft bilden, nicht Rroma, Gadže genannt, konnten wenig über die Kultur, Sprache, und Traditionen der Rroma lernen. Es ist aber die Sprache die als erstes Einsicht in der Herkunft der Rroma gab. In 1753, ein junger ungarischer Aristokrat, Istvan Valyi studierte in Leyden, in Holland. Dort traf er Studenten aus Indien und lernte ungefähr 1,000 Wörter ihrer Sprache. Als er wieder zu Hause in Ungarn war, realisierte er, dass ein Teil des gelernten indischen Wortschatz von den Rroma verstanden wurde. Er publizierte diese Tatsache in 1776, der Anfang der Rroma Studien.
Trotz indischer Herkunft sollte man nicht vergessen, dass Rroma Europäer sind, genau so wie die Magyar (Ungarn), die immerhin aus Zentralasien im 10. Jahrhundert sich in Zentraleuropa niedergelassen haben. Wer ist eigentlich in Europa nicht von weiter Osten gekommen? Die Slawen kamen im 3. Und 4. Jahrhundert, die Bulgaren im 6. Und die Magyaren im 9.
Letztlich muss man das Mythos der „fahrende“ widersprechen. Dass Rroma als „fahrende“ betrachtet werden ist in Westeuropa üblich seit ihre Ankunft in diese Länder im 15. Jahrhundert.
Die Rroma waren nie „fahrend“, waren nie nomadisch und haben sich stets sofort nach ihre Ankunft niedergelassen. Es gibt zwar ein kleiner Prozentsatz von Rroma die semi-nomadisch gelebt haben, meistens weil man es ihnen verboten hat, sich zu niederlassen oder teilweise auch wegen ihrer Arbeit. Dieser Mythos entstand in Westeuropa, wo Rroma immer wieder vertrieben worden sind. Im Balkan, in Rumänien, in den Karpathen, sind fahrende Rroma eine winzig kleine Minderheit unter Rroma.
Rroma wurden von den Gadže vielen Namen gegeben, Zigeuner, Gitan, etc., und die Rroma selbst geben sich verschiedene Namen wie Kalderaša, Lovara, Xaladytka, Cale, Sinti, was das Verständnis erschwert. Diese Namen sind die Namen der verschiedene Rroma Gruppen, und, wenn man Rromanes, die Sprache der Rroma spricht, braucht man da noch zu sagen man ist Rrom?