Dass die Rroma eine Sprache indischer Ursprungs haben, ist eine Entdeckung aus dem Jahre 1753. Lange galt die Meinung, dass sie überhaupt keine eigene Sprache hätten. Die wahrheit ist, dass die Rroma selber in dieser Hinsicht nicht sehr kooperativ waren. Noch heute gibt es Gruppen, die sich weigern den Gadje etwas über ihre Sprache zu sagen. Seit dem Wissen über die Herkunft der Sprache wurden unzählige Publikationen darüber veröffentlicht und Recherchen dazu gemacht.
Diese Schriften, seien sie nun aus Büchern, Dictionarien oder Artikeln, sind meist jedoch nur Fragmente – aufgeschnappt von einer bestimmten Rroma-Gruppe oder sogar nur von einer Person oder Familie. Diese sind auch immer im Zusammenhang eines bestimmten Landes und einer bestimmter Zeit zu sehen.
So wurde der Mythos aufrechterhalten, auch seitens der Rroma, dass jede Gruppe seine eigene Sprache habe, die für die anderen Gruppen nicht verständlich seien. Die Wahrheit ist, dass es verschieden Dialekte gibt, die aber alle die gleiche Grundbasis haben. Diese Gemeinsamkeiten beweisen, dass Rromanes eine Sprache ist.
Nur unterscheidet sich Rromanes von einigen anderen Sprachen darin, dass diese nicht statisch ist, sondern täglich mit “Nicht-Rromanes-Wörter” involviert ist. Die Rroma haben keine akademische Sprache wie beispielsweise das Französische, die versuchen, die eigene Sprache von Einflüssen von aussen zu schützen. Doch Rromanes hat als Sprache ein sehr gutes Gedächtnis, um festzustellen, was “fremd” und was “eigen” ist. Sogar die griechischen Wörter aus der ersten Zeit in Europa sind klar als Aneignungen erkennbar – nämlich in der grammatikalischen Form des Plurals. Bei welcher anderen Sprache ist Ähnliches zu finden?