Die Rroma Kultur ist eine nicht geschriebene sondern mündlich überlieferte Kultur. Das Identitätsgefühl der Rroma beruht daher vor allem auf ihren jahrhunderte alten Traditionen, egal wo sie leben. Als Rrom ist man primär Familienangehöriger und somit Angehöriger einer Gruppe, sowie eben einen Rrom oder eine Rromni.
Traditionen und ungeschriebene Gesetze haben für die Rroma einen ausserordentlich hohen Stellenwert. Die Traditionen, rromano zakono oder rromano sakaši und rromano adeti genannt, werden innerhalb der Familien vermittelt. Ein eigener, sehr komplizierter Verhaltenskodex ist dabei das wichtigste Element von Rromanipe oder Rromanimos, also «Rromahaftigkeit». Zentrale Begriffe sind hier ladžav und patijv. Patijv ist Ehre und Respekt, ladžav Schande.
Traditionen decken alle Aspekte des Lebens ab, von der Geburt bis zum Tod als auch Konfliktlösungen, Familienleben, Hygiene usw.
Heute lebt man als Rrom seine Traditionen und Gesetze meistens zu Hause und im Familienkreis. Diese beinhalten unter anderem die rituelle Reinheit wie Unreinheit. Interne Konflikte werden durch eigene Gerichte - Kris, Cilu oder Celo genannt – gelöst. Dabei spielt die Kraft des gesprochenen Wortes eine wichtige Rolle. Dieses dann einzuhalten bezeugt den Respekt des Gegenübers.