1. Religion
Die offiziellen religiösen Dogmen der Christen oder der Muslime haben nicht einen überwiegenden Platz im Leben der Rroma. Man kann sagen, dass alle Rroma an Gott glauben, aber dass dieser Glauben manchmal andere Formen nimmt an als bei den übrigen Leuten.
Ein grosser Teil der Rroma aus den Balkan (Ex-Jugoslawien, Bulgarien, Mazedonien and Albanien) sowie die Rroma aus Krimea sind Muslime. Man kann in ihren Alltag muslimische Elemente finden: ihre Namen, ihre Art zu kochen, die Kleidung, oder bestimmte Zeremonien. Alle andere Rroma sind Christliche Katholiken, Orthodoxe, Protestanten (in Lettland, Estland, Finnland oder Schweden).

Saintes Marie de la Mer (Photo Rolf Bauerdick)
Aber die traditionellen religiösen Überzeugungen der Rroma sind sehr dualistisch. Auf eine Seite Del oder Devel (Got), die Quelle der Tugend, Licht und der Beschützer der Menschen; auf der anderen Seite Beng, der Teufel, der Ursprung der Böse, Finsternis und Verführer der Menschen
Dieser dualistische Glaube könnte eine Spur der orientalischen Dogmen sein, aber man kann nicht konkret sagen was für eine Religion die Vorfahren der Rroma in Indien hatten.
Der Russisch - Rrom Schriftsteller und Wissenschaftler Leksa Manuš (1942-1997) analysierte die gegenwärtige Rromani religiöse Terminologie und zog die Schlussfolgerung, dass sie abgeleitet von alte Shivaistichen Konzepten sei.
Solche Worte wie rašaj [Priester] or trušul [Kreuz], die heute von Rroma benutzt werden, sind verwandt mit Shivaistischen Begriffen wie rishi (ein Shiva Priester), oder trisula (Shivs Dreizack). Leksa Manuš fand auch andere Worte welche darauf hinweisen, dass die Vorfahren der Rroma in Indien Shiva anbetteten.
Heute beinhalten das Glauben der Rroma auch manche heidnische Elemente, entweder mit einem Rromani Ursprung, oder mit lokaler Herkunft, aus Gegenden in denen sie durch lange Zeit gelebt haben, z.B. der Glaube an die Kraft der Worte, dass die Worte Glück oder Pech bringen könnten. Als Ergebnis kann man in alle Rroma Dialekte Wortformel finden. Diese Formel werden zum Beispiel benutzt in einem Gespräch, wenn es um etwas böses, fürchterliches geht. Die Wortformel soll vor Unglück schützen. Die Rroma glauben auch an jakhalimos, das Auge des Teufels, und dort existieren auch Formeln um sich zu schützen. Schimpfworte solaxa, sovela, sovlja sind als kraftvoll wahrgenommen und die Flüche armaja, armanja sollen Unglück bringen für diejenigen an welche sie adressiert sind.
All dies hat nichts mit offizielle Christlichen oder Muslimischen Religion zu tun, obwohl manchmal Vereidigungen oder Verwünschungen in der Kirche oder in der Mosche gemacht werden, aber immer wenn die Rroma unter sich sind und kein Priester oder Imam anwesend ist.
In den letzten Jahren, haben mehrere Freikirchlichen Gemeinschaften Rroma bekehrt. Man kann heute Pfingstler – unter Kelderara, Lovara und Sinti in Westeuropa und America finden, sowie in Finnland die Baptisten, oder in Bulgarien die Zeugen Jehovas üblich sind.
2. Glauben
Ein alter Glaube unter Rroma – überraschend wie präsent immer noch heute – ist dass, die Toten frei währen, zwischen die Welt der Lebenden und die Welt der Toten zu reisen. Viele Rroma haben grosse Angst vor diesen „lebendigen Toten“ welche čoxano, čovaxano – oder einfach Geister genannt werden. Die Geister werden verstanden als Tote deren Seele, aus dem einen oder anderen Grund in Ihren Körper gefangen geblieben ist und leidet. Der Tote hätte vielleicht eine schwere Sünde während seines Lebens begangen und so seine Seele zu an den Teufel verkauft.